Behind the Scenes: Ein Tag in der ANDANTE Siebdruckerei
Es riecht nach Farbe, Papier und frischem Kaffee. In der ANDANTE Siebdruckerei laufen die ersten Drucke des Tages durch die Maschine – schwarze Schrift auf olivgrünem Shirt, Auftrag eines lokalen Kulturvereins. Hinter dem Rakel steht Markus*, seit acht Monaten Teilnehmer im Projekt.
Arbeit als Therapie
ANDANTE ist mehr als eine Druckerei. Das Projekt verbindet berufliche Orientierung, Suchtberatung und medizinische Diagnostik unter einem Dach. Wer hier arbeitet, bezieht Arbeitslosengeld II und bringt häufig eine Suchterkrankung mit – Abstinenz ist ausdrücklich keine Voraussetzung. Auch Menschen in Substitution sind willkommen.
Vom T-Shirt zum Laser-Gravur
Produziert werden T-Shirts, Poster, Kunstdrucke und Sticker – in kleinen und mittleren Auflagen, oft für Vereine, Veranstalter und Kund*innen aus Pforzheim und Umgebung. Neben dem klassischen Siebdruck nutzt das Team eine Laser-Anlage, mit der Holz, Glas und Papier graviert, geschnitten oder perforiert werden kann.
Zwei bis 24 Monate Begleitung
Die Teilnahme dauert zwischen zwei und 24 Monaten. In dieser Zeit wechseln sich Produktionsschichten mit Einzelgesprächen, Bewerbungstraining und Gruppenangeboten zu Gesundheit und Freizeit ab. Ziel ist nicht nur ein Arbeitsplatz – sondern ein stabilerer Alltag.
„Zum ersten Mal seit Jahren habe ich einen Grund, morgens aufzustehen“, sagt Markus*. „Und wenn ein Druck gelingt, dann ist das meiner.“
*Name geändert